Paintball, früher Gotcha genannt, ist ein beliebtes Taktik- und Geschicklichkeitsspiel, das den Teamgeist fördert. Der Gotcha-Trend schwappte über den „großen Teich“ im Jahr 1989 aus den USA nach Deutschland. Heute, im Jahr 2026, gibt es noch immer zahlreiche neue und alte Anhänger des Spiels. Wer beim Paintball auf den Platz möchte, um mit seinem Team die Fahne der gegnerischen Mannschaft zu erobern, benötigt jedoch eine Paintball-Ausrüstung. Diese dient hauptsächlich dem Schutz vor Verletzungen, die bei dieser Trendsportart aufgrund der guten Ausrüstung jedoch selten vorkommen.
Was gehört zur Grundausrüstung beim Paintball?
Neulingen beim Paintball empfiehlt sich der Kauf oder die Leihe einer Grundausrüstung. Diese setzt sich aus einem Markierer, einem speziellen Gesichtsschutz, den Paintballs und einem Druckluftbehälter zusammen. Zudem braucht jeder Spieler schützende Kleidung, denn auch wenn die Paintballs nur Farbe enthalten, kann der Aufprall schmerzhaft sein.
Paintball-Markierer: Das Herzstück der Ausrüstung
Das Herzstück der Ausstattung ist der Paintball-Markierer. Ein Markierer ist ein Sportgerät, das trotz friedlicher Nutzung zu den Waffen gehört. Das Mindestalter für die Anschaffung und Nutzung eines Markierers ist 18 Jahre, denn Paintball-Markierer fallen in Deutschland wie Luftgewehre unter das Waffengesetz. Deshalb dürfen Sie diese nur auf speziellen, zugelassenen Paintball-Spielfeldern nutzen.
Markierer finden Sie im Handel in verschiedenen Ausführungen. Dazu zählen Federdruckwaffen, Gas- und CO₂‑Waffen. Überwiegend nutzen Paintball-Spieler mit Druckluft betriebene Markierer. Die Druckluft schafft die Voraussetzung dafür, dass die Paintballs Mündungsgeschwindigkeiten von bis zu neunzig Metern pro Sekunde erreichen. Zum Schutz der Spieler vor Verletzungen darf laut Gesetz die maximale Mündungsenergie nicht mehr als 7,49 Joule betragen.
Das Kaliber der Paintball-Waffen unterscheidet sich von dem der Airsoftwaffen. Das Standardkaliber beim Paintball beträgt .68 Zoll, circa 17,3 Millimeter. Die Hülle der Paintballs ist aus Gelatine, die der Munition der Airsoftwaffen besteht aus Kunststoff. Letztere ist mit sechs Millimetern wesentlich kleiner als die Paintballs. Paintballs verursachen daher mehr Schmerzen als die Munition der Airsoftwaffen.
Hinweis: Kindern ist es erlaubt, Paintball mit Waffen zu spielen, deren Schussenergie 0,5 Joule oder weniger beträgt.
Schutzmaske auswählen
Eine Paintball-Schutzmaske bewahrt Ihr Gesicht und Ihre Augen vor Verletzungen. Denn ein Paintball rast mit einer Geschwindigkeit von zwei- bis dreihundert Kilometern pro Stunde auf Sie zu und könnte das Gesicht treffen. Beim Kauf empfiehlt es sich, auf Qualität zu achten und eine Thermalmaske auszuwählen. Diese besitzt zahlreiche Öffnungen, wodurch sie nicht beschlägt.
Sehen Sie schlecht, ergibt der Kauf einer Maske speziell für Brillenträger Sinn. Zudem sollte die Maske für eine optimale Sicherheit gut sitzen und atmungsaktiv sein. Am sichersten ist eine Vollmaske mit Blendschutz, die auch den Hinterkopf schützt und mit einem Kinnriemen ausgestattet ist. Zudem sollte sich der Glaswechsel einfach gestalten.
Welche Kleidung eignet sich für Paintball?
Bei einem Spiel auf dem Paintballfeld empfiehlt es sich, spezielle Kleidung zu tragen. Jedes Kleidungsstück sollte bequem sein und aus widerstandsfähigen Materialien bestehen. Damit schützt die Kleidung Sie vor äußeren Einflüssen und den schmerzhaften Treffern von Paintballs. Damit Sie nicht sofort von der gegnerischen Mannschaft gesichtet werden, erhalten Sie Paintball-Kleidung in verschiedenen Tarnfarben und Mustern, die sich der Umgebung eines Paintballfeldes anpassen (Camouflage).
Wählen Sie feuchtigkeitsableitende, atmungsaktive Stoffe, die zudem vor Regen, Wind und Hitze oder – durch Isolationen – vor Kälte schützen. Belüftungsschlitze verbessern die Luftzirkulation. Weiteren Schutz bieten Polster an Oberschenkeln, Knien, Ellbogen und Schultern. Jedes Körperteil sollte komplett bedeckt sein. Caps und Mützen in verstellbaren Größen schützen empfindliche Kopfpartien und bieten Schutz vor der Sonne.
Schuhe für den Einsatz auf dem Paintball-Spielfeld besitzen robuste Sohlen für einen optimalen Grip auf allen Oberflächen sowie eine Dämpfung für einen lang anhaltenden Komfort. Atmungsaktive Schuhe verhindern übermäßiges Schwitzen. Beim Paintball bewegen Sie sich auf unwegsamem Gelände, weshalb sich ein Knöchelschutz empfiehlt. In den Schuhen tragen Sie hochwertige Paintball-Kompressionssocken. Diese sind angenehm zu tragen und atmungsaktiv. Zudem sind sie gepolstert und besitzen an den Hacken, Fußballen und Sohlen elastische Zonen.
Handschuhe, Schutzwesten und weiteres Sicherheitszubehör
Ein bedeutender Teil der Paintball-Schutzausrüstung sind robuste und strapazierfähige Handschuhe mit gepolsterten Fingerkappen und Handflächen. Bestehen diese aus atmungsaktiven Materialien, bleiben die Hände auch bei langen Spielen trocken. Zudem sollten die Handschuhe bequem und bewegungsfreundlich sein.
Die Knöchel können Sie durch wetterfeste Knöchelabdeckungen schützen. Die Abdeckungen können über oder unter den Hosen getragen werden. Neben ihrer eigentlichen Funktion halten sie Schmutz von den Schuhen und den Schnürsenkeln fern.
Beim Paintball-Sport legen Sie kurze Sprints zurück und drehen sich blitzschnell in eine andere Richtung. Dies belastet Ihre Knie stark. Zudem müssen Sie Schläge und Stöße durch Sprünge und Knee/Low Slides aushalten, bei denen Sie auf einem oder beiden Knien landen. Vor Belastungen und Verletzungen Ihrer Knie schützen Knieschoner, die Sie über die Hose ziehen und mit einem elastischen Klettverschlussband sichern.
Ellenbogenschoner schützen bei Slides und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Paintballs nicht den Unterarm treffen, sondern am Elbowpad (englisch für Ellenbogenschoner) abprallen.
Brust und Rücken sollten Sie mit einem Paintball-Brustpanzer vor blauen Flecken und Prellungen schützen. Wie jeder „Panzer“ ist er steif und schränkt die Bewegungsfreiheit des Spielers ein. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Paintballs auf der harten Oberfläche platzen und das Spiel für Sie bei einem Treffer zu Ende ist. Es gibt jedoch auch flexible Brustpanzer auf dem Markt. Diese sind an den entscheidenden Stellen mit Schaumstoff aufgepolstert. Das hat den Vorteil, dass die Paintball-Kugeln abprallen, jedoch nicht platzen. Die meisten Modelle schützen lediglich Brust und Rücken, einzelne Modelle jedoch auch die Rippen.
Ihren Hals können Sie mit einem gepolsterten Schutzstreifen für den Hals und den Nacken schützen. Er ist nur nötig, wenn der Halsschutz nicht Teil Ihrer Weste oder Ihrer Maske ist. Beim Kauf ist es wichtig, auf die Passform zu achten, damit zwischen Weste und Maske keine Lücke bleibt. Der Schutz sollte verstellbar sein und nicht zu eng sitzen.
Anfänger-Set oder Profi-Ausrüstung – was lohnt sich?
Ob sich ein Anfänger-Set oder eine Profi-Ausrüstung lohnt, hängt davon ab, wie viel Erfahrung Sie mit Paintball haben. Für Anfänger, die erst in die Sportart hineinschnuppern, reicht ein Anfänger-Set aus. Dieses enthält einen Marker, eine CO– und /HPP/APS-Flasche sowie eine Maske und einen Hopper. Zusätzlich befinden sich eine Schutzweste, eine Barrel-Socke und eine Schutzweste im Starter-Paket.
Für Fortgeschrittene und Profi-Spieler reicht die Ausstattung nicht aus. Sie benötigen eine bessere Ausrüstung mit elektronischen, hochfrequenten Markern und einer präzisen Lanze. Zudem sind eine hochwertige Maske, eine taktische Weste mit Pod-Carrier sowie ein Doppel- oder HPA-System unerlässlich. Nicht fehlen dürfen robuste Knieschoner. Einen Beitrag zum Sieg über die gegnerische Mannschaft leisten Paintball-Granaten. Werfen Sie eine Flashbang, desorientieren Sie den Gegner. Flashbangs werden bewusst als taktische Spielelemente eingesetzt, um sich Handlungsspielräume zu verschaffen und die Kontrolle über das Spiel zu erlangen.
Worauf sollte man beim Kauf der Ausrüstung achten?
Beim Kauf der Ausrüstung empfiehlt sich besondere Sorgfalt. Achten Sie darauf, dass die Maske hochwertig ist und nicht anläuft. Sie sollten einen guten Rundumblick ermöglichen und Ersatzteile müssen nachkaufbar sein.
Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist ebenso beim Paintball-Marker wichtig. Prüfen Sie zudem den Wartungsaufwand und – sofern möglich – die Funktionsfähigkeit aller Teile des Paintball-Sets. Beim Kauf der Schutzkleidung achten Sie auf Qualität und auf einen Rundum-Schutz. Die Kleidung sollte wetterfest sein und so gut schützen, dass blaue Flecken und Schmerzen nahezu ausgeschlossen sind. Achten Sie zudem auf Vollständigkeit des Sets, sodass Sie auch Ihre Knöchel, Ihren Hals- und Nackenbereich sowie Ihre Gelenke schützen können.
Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich zusätzlich mit einem Erste-Hilfe-Set, einem Werkzeugkit sowie mit einem Reinigungstuch, O-Ringen und Ersatzdichtungen ausstatten.
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