Tanzen ist zugleich Faszination und Sport. Sie steigern mit einem Tanz Ihre Fitness oder lassen ausdrucksstark Ihren Gefühlen freien Lauf. Zudem kann er der Verführung oder der Verschmelzung mit schwingenden Elementen dienen. Trauen Sie sich das nicht zu und wissen Sie nicht, ob Sie körperlich dazu in der Lage sind? Dieser Ratgeber informiert über das Tanzen als Sport und die Voraussetzungen, die Sie für diese vielfältige Sportart mitbringen sollten.
Benötigt man Talent zum Tanzen?
Wer tanzen kann, hat meist auch Spaß daran. Tanzmuffel reden sich dagegen damit heraus, dass ihnen das Rhythmusgefühl und vor allem das Talent fehlen. Doch die Wissenschaft entdeckte, dass jeder Mensch, der Musik mag, auch das Tanzen lernen kann. Sie belegt ihre Erkenntnis mit der grundlegenden Eigenschaft des Menschen, rhythmische Muster zu erkennen. Förderlich ist die Bereitschaft, Neues zu lernen. Motivation und Spaß an der Bewegung tun das Übrige, damit auch Tanzmuffel die Faszination des Tanzes für sich entdecken.
Körperliche Voraussetzungen für den Tanzsport
Haben Sie das Tanzen für sich entdeckt, werden Sie feststellen, dass es sich um eine faszinierende, aber auch anstrengende Sportart handelt.
Soll es mehr sein als ein gelegentlicher Spaß beim Dating oder auf Feiern? Denken Sie daran, das Tanzen zu einem dauerhaften und häufig praktizierten Hobby zu machen, oder streben Sie eine Profikarriere an, empfiehlt sich ein vorheriger Besuch beim Sportarzt. Dieser untersucht, ob Ihre körperliche Gesundheit für den Tanzsport ausreicht. In körperlicher Hinsicht benötigen Sie zum Tanzen Kraft und Koordinationsfähigkeit. Zudem sollten Sie über Körperbeherrschung verfügen, sich schmerzfrei bewegen können und ein Mindestmaß an Ausdauer besitzen.
Welche Fitness ist für das Tanzen erforderlich?
Eine gute tänzerische Fitness ist Voraussetzung dafür, dass Sie den Sport ausüben können, denn sie verringert das Verletzungsrisiko und steigert Ihre Leistung beim Tanzen.
Ihre Ausdauer (aerobe Kapazität) sollte für den Tanzsport so stark ausgeprägt sein, dass Sie mehrere Minuten lang eine starke sportliche Belastung bei gemäßigter Herzfrequenz aushalten. Die anaerobe Kapazität ist dagegen mit hochintensiven, kurzfristigen Aktivitäten und maximaler Leistung verbunden.
Stellen Sie sich vor, Sie laufen vierhundert Meter am Stück. Die Anstrengung entspricht einem getanzten Quickstep in Turnierlänge. Bestehen Bedenken, dass Sie das ohne Pause durchhalten? Falls dies zutrifft, können Sie Ihre Ausdauer durch Radfahren, Schwimmen, Seilspringen und Intervalltraining verbessern.
Tipp: Zum Cardio-Training und zur Stärkung Ihrer Ausdauer bieten sich die Tänze Zumba oder Salsa an.
Eine weitere körperliche Voraussetzung fürs Tanzen ist die Muskelkraft. Diese benötigen Sie, um Bewegungen fortlaufend auszuführen. Der Fachbegriff dafür ist „muskuläre Ausdauer“. Erfordert der Tanz von einem Muskel die höchstmögliche Kraft, ist die Maximalkraft gefragt.
Um Sprünge verletzungsfrei auszuführen, benötigen Sie Muskelstärke und Muskelelastizität (Schnellkraft). Wenn Sie das Springen üben, gehen Sie langsam vor. Trainieren Sie zunächst, in neutraler Position besonders hoch zu springen. Die künstlerische Ausführung sollten Sie zunächst außer Acht lassen.
Tipp: Möchten Sie Ihre Rumpf-, Bein- und Gesäßmuskulatur trainieren und Ihre Körperhaltung verbessern, konzentrieren Sie sich auf Ballett, Contemporary Dance oder Pole Dance.
Zum Tanzen benötigen Sie zusätzlich ausreichend neuromuskuläre Koordination. Sie ist mit Balance, Geschicklichkeit sowie Koordination und Fertigkeit verbunden.
Zudem ist der Körperfettanteil für Tänzer relevant. Muskelmasse und Fettmasse sollten für eine optimale Leistungsfähigkeit in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Der von der WHO empfohlene gesunde Wert liegt für Frauen zwischen 17 und 25 Prozent. Bei Männern sollte er unter 15 Prozent liegen. Ein zu niedriger Wert gefährdet die Gesundheit.
Das richtige Alter für den Einstieg
Bewegt sich Ihr Kind gerne zur Musik und stellt sich vor, später eine berühmte Tänzerin oder ein berühmter Tänzer zu werden? Fördern Sie die Träume Ihres Kindes, indem Sie es in einem Verein tanzen lassen. Denn das Vorschulalter ist das richtige Einstiegsalter für den Leistungssport, an den die Kinder langsam herangeführt werden.
Entdeckt Ihr Kind im Jugendalter das Tanzen für sich, kann dies ein alternatives Hobby zum Turnen und zum Eiskunstlaufen werden. Strebt der oder die Jugendliche eine Profikarriere an, hat sie bis zum 26. Lebensjahr Zeit, sich für ein entsprechendes Studium zu bewerben.
Doch auch ohne diese hohen Ziele ist Tanzen ein schöner und gesunder Breitensport, der die Fitness steigert und sich auch zum Abnehmen eignet. Beginnen können Sie damit in jedem Alter – mit fünf, mit dreißig oder mit siebzig Jahren. Die Hauptsache ist, dass Sie Spaß daran haben und Ihr Arzt sein Okay gibt.
Tipp: Beginnen Sie erst im Erwachsenenalter mit dem Tanzen, können Sie Ihr Hobby dennoch leistungsorientiert betreiben und bei entsprechendem Training an Wettkämpfen teilnehmen.
Welche Ausrüstung wird benötigt?
Die erste Tanzstunde steht an und damit die Frage, ob Sie für diese richtig angezogen sind. Die Frage nach der Ausrüstung ist für Anfänger und Profis bedeutend, denn sie verbessert die Tanzerfahrung.
Ein wichtiges Equipment ist das Schuhwerk. Abhängig von der Tanzart brauchen Sie unterschiedliche Schuharten. Für den Ballettunterricht benötigen große und kleine Tänzer Ballettschläppchen. Jazzschuhe eignen sich für Jazzdance. Hip-Hop-Tänzer sehen Sie niemals ohne ihre Sneakers. Wer jedoch Salsa oder Tango tanzt, benötigt Schuhe, die die notwendige Flexibilität sowie den erforderlichen Komfort aufweisen. Zudem sollten sie den Füßen Halt geben. Geeignete Tanzschuhe für Herren in Anfänger- und Profiqualität finden Sie im Internet. Geben Sie dazu einfach Ihren Wunsch in eine Suchmaschine ein.
Tanzen Sie zum Spaß und bislang nicht als Profi, ist bequeme, atmungsaktive Tanzkleidung das Richtige für Sie. Hip-Hopper werden lockere Kleidung bevorzugen, Balletttänzer tragen eher Trikots und Strumpfhosen.
Tanzen kann schweißtreibend sein, weshalb Schweißbänder und Handtücher zur Ausstattung gehören. Zudem sollten Sie immer eine Trinkflasche dabei haben, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Für den Fall, dass Sie auch zu Hause trainieren, schützt eine Tanzmatte mit rutschfester Oberfläche Sie vor Verletzungen. Zudem empfehlen sich Aufwärm- und Dehnungsgeräte wie Schaumstoffrollen, Therabänder und Massagebälle.
Was vorwiegend nicht fehlen darf, ist die passende Musik zu Ihrer Tanzart sowie Kopfhörer oder ein Lautsprecher.
Tanzen als Sport für Anfänger
Haben Sie Lust zu tanzen, stellt sich für Sie die Frage, welcher Tanzstil sich für Sie als Anfänger eignet. Rhythmische und lebhafte Tanzarten, die Spaß machen, sind Latin und Salsa. Sie versprechen schnelle Erfolge, wodurch die Motivation erhalten bleibt. Die Schritte und Drehungen sind schnell erlernt.
Zeitgenössische Tänze stärken das Körperbewusstsein und verbessern die Beweglichkeit. Durch diese modernen Tänze, die von fließenden Bewegungen, Ausdruck und Technik geprägt sind, lernen Sie zudem, Ihre Gefühle auszudrücken.
Ballett ist eine Tanzart, die oft im Kindesalter erlernt wird. Sie fördert die Stabilität und das Körperbewusstsein. Ausüben können Sie das Balletttanzen bis ins mittlere Erwachsenenalter.
Hip-Hop und Streetdance sind Tänze, die Jugendliche und junge Erwachsene lieben. Diese Tanzarten sind kreativ und ausdrucksstark. Zudem fördern Sie die Kraft und das Selbstvertrauen.
Tipps für einen erfolgreichen Start in den Tanzsport
Sind Sie noch Anfänger, empfiehlt es sich, mehrere Tanzstile auszuprobieren. Wichtig ist es, sich vor jeder Tanzstunde mit Beweglichkeits- und Lockerungsübungen aufzuwärmen. Dies beugt Verletzungen vor und stimmt Sie mental auf die Stunde ein. Fallen Ihnen die Schritte zunächst schwer, üben Sie sich in Geduld. Mit regelmäßigem Üben festigt sich die Schrittfolge. Am besten trainieren Sie mehrmals pro Woche in kurzen Einheiten, damit sich Ihre Koordination verbessert und die Bewegungen natürlicher werden.
Welche Tanzart passt zu mir?
Möchten Sie herausfinden, welche Tanzart am besten zu Ihnen passt, machen Sie sich Gedanken über Ihre körperlichen Vorlieben und Interessen.
Lieben Sie es, nicht nur zu tanzen, sondern auch Ihre Gefühle mit Ihren Bewegungen zum Ausdruck zu bringen, passt der Ausdruckstanz zu Ihrer Persönlichkeit. Ausdrucksstark ist zudem der traditionelle Afro-Dance, der sich mit modernen Tanzelementen vermischt. Er besteht aus kraftvollen Bewegungen. Mögen Sie die von Trommeln begleiteten Tänze der Afrikaner, versuchen Sie sich an diesem rhythmischen Tanzstil.
Für Jazzliebhaber ist es ein Muss, den Swing zu lernen. Mit dem Salsa bringen Sie Ihre Hüften zum Schwingen. Zumba mit seinen energiegeladenen Rhythmen ist perfekt für Menschen, die sich auspowern möchten und es gern in Kauf nehmen, wenn dabei die Pfunde purzeln.
Für feurige und leidenschaftliche Menschen ist der Tango der richtige Tanzstil. Diese Art des Tanzes unterscheidet sich von den üblichen Schwungtänzen. Der Tango gehört zu den Schreittänzen, die auf dem 2/4-Takt basieren.
Heiß her geht es beim Burlesque, einem erotischen Bühnentanz, den Christina Aguilera perfekt beherrscht. Charakteristisch dafür sind viel Make-up und glamouröse Kostüme.
Steht bei Ihnen die Fitness im Vordergrund, ist der Hula-Hoop-Dance eine mögliche Wahl. Ziel ist es, dass Ihr Körper mit einem schwingbaren Gegenstand verschmilzt. Der Tanz enthält neben Elementen aus dem Zirkus Hooping gymnastische Elemente. Diesen Tanz können Alt und Jung erlernen.
Foto: © New Africa / stock adobe