Der Ärger mit dem Kniegelenk

Irgendwann erwischt es fast jeden. Mit steigendem Alter wächst auch das Risiko, dass Meniskus und Kniegelenk den dauernden Belastungen des Alltags nicht mehr standhalten und erste kleinere Verletzungen auftreten, die sich durch stechende Belastungsschmerzen die nötige Aufmerksamkeit verschaffen.

Zunächst können diese Leiden vom Hausarzt und mit Schmerzmitteln noch gut unter Kontrolle gebracht werden. Sobald die Beschwerden jedoch drohen, chronisch zu werden, und eine immerwährende Belastung sind, können meist nur Orthopädie und Chirurgie dafür sorgen, dass das Leben wieder in gewohnte Bahnen gerät und die alte Leistungsfähigkeit zumindest im gewissen Maße zurückkehrt.

Orthopädie und Chirurgie

Orthopädie und Chirurgie verfügen heute über eine Vielzahl von Möglichkeiten, Menschen mit Problemen an Meniskus und Kniegelenk wieder so weit herzustellen, dass fast völlige Beschwerdefreiheit vorliegt und alle Tätigkeiten wieder ausgeübt werden können, die durch die Erkrankung nahezu unmöglich waren.

Dabei muss nicht immer die Operation die rettende Vorgehensweise sein, vielfach kann der behandelnde Orthopäde physiotherapeutische Maßnahmen veranlassen, sofern sich der Patient oder die Patientin rechtzeitig in die Hände des Fachmannes begeben hat.

Dann können Schmerzen an Meniskus und Kniegelenk oft erst ohne Skalpell versorgt werden. Aber wie bei den meisten zu behandelnden Erkrankungen gilt auch bei den Leiden rund ums Knie, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Frühzeitiges Aufsuchen des Arztes sorgt auf lange Sicht für ein rascheres Leidensende, eine kürzere Phase der Rekonvaleszenz und – was für den Patienten wohl an erster Stelle stehen sollte – weniger Schmerzen. Gerade bei den Verletzungen von Meniskus und Kniegelenk sollte ein Besuch beim Orthopäden nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Bänderrisse im Knie

Das Skelett des Menschen wird durch Bänder zusammengehalten. Werden diese über das übliche Maß hinaus gedehnt, können sie reißen. Nicht selten ereignen sich Bänderrisse im Rahmen von Sportverletzungen. Besonders bei Fußballern und Skifahrern ist bei Sportverletzungen oft das Knie betroffen.

Vier wichtige Bänder verleihen dem Kniegelenk Stabilität: Innen- und Außenband sowie vorderes und hinteres Kreuzband. Typischerweise kommt es zum Kreuzbandriss, wenn der Unterschenkel feststeht und das Knie nach außen gedreht wird. Nicht selten wird gleichzeitig auch der Innenmeniskus in Mitleidenschaft gezogen. Das äußere Seitenband kann reißen, wenn der Unterschenkel nach innen verdreht wird. Diese Verletzung ist jedoch seltener.

Kreuzband reißt mit knackendem Geräusch

Einen Kreuzbandriss kann der Betroffene selber spüren. Er geht normalerweise mit einem knackenden Geräusch einher. Schmerzen und Anschwellen des Knies sind weitere Symptome. Direkt im Anschluss an die Verletzung sollte als Erstversorgung das Knie hochgelagert und gekühlt werden.

Eine erste Diagnose kann durch das vordere bzw. hintere Schubladenphänomen gestellt werden: Bei einem Riss des vorderen Kreuzbandes lässt sich der Unterschenkel bei gebeugtem Knie gegenüber dem Oberschenkel nach vorne schieben.

Umgekehrt ist es bei einer Ruptur des hinteren Kreuzbandes der Fall, wo sich der Unterschenkel nach hinten schieben lässt. Weiteren Aufschluss geben Röntgenbilder und Magnetresonanztomographie (MRT). In manchen Fällen wird ein Kreuzbandriss nicht sofort diagnostiziert. Im Alltag macht sich dieser dann möglicherweise durch Gangunsicherheit und spontanem Wegknicken bemerkbar. Beim Abwärtssteigen einer Treppe hat der Betroffene das Gefühl, den Unterschenkel nicht unter seiner Kontrolle zu haben.

Ein Kreuzbandriss muss nicht zwangsläufig operiert werden. Faktoren wie Alter und körperliche Aktivität spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Der Nachteil der Operation ist die lange Rehabilitationszeit.

Foto: RossHelen via Envato

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